Kevin Thau gefällt die Rolle als Kapitän

Kevin Thau ist der neue Kapitän des Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären. Er löst Tim Pietzko ab, der aus beruflichen Gründen nicht immer zur Verfügung stehen wird. Für Thau ist das allerdings keine völlig neue Rolle. Der Stürmer zählt seit einigen Jahren zu den Führungsspielern im Team und stand zuvor bereits als Assistent auf dem Eis.

 

Hamm – Für Kevin Thau ist es nichts Besonderes. Überhaupt nichts Außergewöhnliches. Daher will der Stürmer der Hammer Eisbären auch kein großes Aufheben um seine neue Rolle machen. „Das hört sich spektakulärer an als es ist. Ob ich nun das C auf meinem Trikot habe oder nicht, das ist mir völlig egal“, sagt der 30-Jährige, der in dieser Saison als Nachfolger von Tim Pietzko der neue Kapitän der Eisbären ist.

Als Manager Jan Koch und Trainer Ralf Hoja vor einigen Tagen auf den Routinier zugekommen waren, musste Thau nicht lange überlegen, ob er in der kommenden Spielzeit das Team anführen wird. „Für Tim war es schwer, alles mit der Arbeit unter einen Hut zu bekommen, zumal er auch nicht immer da ist. Und dass sie mich jetzt gefragt haben, war für den Verein wohl die logische Schlussfolgerung. Und für mich ist es natürlich auch eine gewisse Art von Anerkennung, dass ich in den Jahren hier in Hamm so viel nicht falsch gemacht haben kann“, sagt Thau, dem neben Pietzko auch Michael Spacek als „Ersatzkapitän“ zur Seite steht und ihn unterstützen wird.

Erfahrung immer wieder eingebracht

Für Thau wird sich durch die neue Rolle als Spielführer der Eisbären allerdings nicht viel ändern. Schon in den vergangenen Jahren hat er viel mit seinen Teamkollegen und den Offiziellen geredet und seine Erfahrung immer wieder eingebracht. „Das ist alles nicht viel anders als vorher für mich. Außer, dass ich nun vor dem Spiel den Schiedsrichtern und dem Kapitän des Gegners die Hand schütteln muss – wobei man das bei Corona jetzt ja auch nicht macht“, erklärt Thau.

Bereits in den beiden Testspielen am vergangenen Wochenende gegen Duisburg (4:3, 3:6) hatte er die Eisbären als Kapitän aufs Eis geführt – und war mit der Leistung des Teams durchaus zufrieden. „Natürlich ist es immer schön, wenn man so wie wir am Freitag im ersten Spiel gegen die Füchse gewinnt. Aber viel wichtiger ist es, dass man das, was man im Training einstudiert, auch umsetzt. Dafür sind diese Testspiele da“, stellt der torgefährliche Angreifer klar. „Es geht darum, dass die Abstimmung und die Kommunikation zwischen den Reihen und innerhalb der Reihen stimmt.“

Der Kader ist stärker geworden

Noch, so betont er, würde dies nicht optimal funktionieren. Überrascht ist er darüber aber keineswegs. „Das kann nach zwei Spielen noch nicht perfekt sein. Dass da am Anfang Sand im Getriebe ist, ist normal. Das kommt erst mit der Zeit, zumal wir ja auch einige neue, junge Spieler im Kader haben. Aber ich habe den Eindruck, dass diese jungen Leute gewillt und hungrig sind. Der Kampfgeist ist jedenfalls vorhanden“, sagt Thau, der den aktuellen Kader aber schon jetzt stärker einschätzt als den der vergangenen Saison. „Das muss er in der Oberliga aber auch sein“, fügt er hinzu.

Allerdings ist Thau bereits jetzt darum bemüht, nicht allzu große Erwartungen aufkommen zu lassen. „Ich habe schon mitbekommen, dass einige von den Playoffs träumen. Das ist Bödsinn. Für uns als Aufsteiger kann es nur darum gehen, nicht Letzter zu werden“, meint er. „Je mehr Spiele wir gewinnen, umso besser ist es. Aber es kann auch mal sein, dass wir vier, fünf oder sechs Partien in Folge verlieren. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern die Realität nach dem Aufstieg in die Oberliga. Wofür es dann am Ende reicht, muss man sehen.“

Testspiele gegen Ratingen und Krefeld

Trotz der Corona-Pandemie und des verspäteten Starts in die Saison ist die Lust bei Thau groß. Selbst durch die Tatsache, dass in die Hallen nur eine begrenzte Zahl von Zuschauern eingelassen wird, lässt sich der 30-Jährige seine Vorfreude nicht nehmen. „Es hat uns letztes Wochenende schon viel Spaß gemacht, wieder unter Wettkampfbedingungen Eishockey zu spielen. Da kommen ein bisschen Normalität und Alltag zurück“, sagt er und hofft, dass bald auch wieder mehr als 150 Zuschauer in die Halle kommen dürfen. „In Duisburg waren 300 Fans dabei. Ich denke, wenn alle diszipliniert sind und sich an die Vorgaben halten, sollte das auch machbar sein.“

In dieser Woche haben die Eisbären drei Trainingseinheiten absolviert und wollen das neu Einstudierte zuhause gegen den Regionalligisten Ratinger Ice Aliens (Freitag, 20 Uhr) und am Sonntag (17.15 Uhr) bei der U23 des DEL-Klubs Krefelder Pinguins, einem Oberliga-Konkurrenten, umsetzen. „Die Ergebnisse sind aber zweitrangig. Für uns geht es darum, in der Defensive kompakter zu stehen und das Überzahlspiel besser zu machen. Im Training klappt das schon gut“, meint Thau, der beide Gegner als stark einschätzt. „Ratingen hat sich im Vergleich zur Vorsaison verstärkt und wird daher ein ernst zu nehmender Gegner sein. Und Krefeld wird interessant sein, weil das ein Team aus der Oberliga ist, auf das wir diese Saison treffen werden. Ich denke, das ist ein Gegner auf Augenhöhe mit uns. Wir freuen uns jedenfalls auf beide Spiele.“

Auto: Patrick Droste
Quelle: www.wa.de

 
Hammer Eisbären | Beitragsbild

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